Treppe fegen und Klinken putzen zum 30. Geburtstag, bis der Freikuss kommt
Wer mit 30 noch nicht verheiratet ist, fegt in Norddeutschland Kronkorken von einer Treppe oder putzt Türklinken, bis ihn jemand freiküsst. Hier steht, woher der Brauch kommt, was die Städte erlauben, wie der Tag abläuft, welche Sprüche aufs Schild passen und wie ihr alle Fotos und Videos danach an einem Ort habt.
Zum AblaufWas ist Treppe fegen zum 30. Geburtstag?
Treppe fegen ist ein Brauch aus Bremen: Ein Mann, der an seinem 30. Geburtstag noch unverheiratet ist, muss eine Treppe kehren, meist vor dem Dom, dem Rathaus oder dem Standesamt. Seine Freunde sorgen mit reichlich Kronkorken dafür, dass es genug zu fegen gibt. Unverheiratete Frauen putzen stattdessen Türklinken. Schluss ist erst, wenn jemand das Geburtstagskind freiküsst (Stadt Bremen).
Dahinter steckt ein alter Volksglaube, nach dem Unverheiratete im Jenseits sinnlose Arbeit verrichten müssen. Heute ist es vor allem ein Spaß unter Freunden, mit Zuschauern, Sekt und vielen Handys.
Fegen oder Klinken putzen: der Unterschied
Beides ist derselbe Brauch in zwei Versionen. Die Tabelle fasst zusammen, was Bremen, der Heimatbund Oldenburger Münsterland und die Bremenlotsen beschreiben.
| Treppe fegen | Klinken putzen | |
|---|---|---|
| Wer | Unverheiratete Männer am 30. Geburtstag | Unverheiratete Frauen am 30. Geburtstag |
| Was | Die Treppe vor Dom, Rathaus oder Standesamt kehren | Türklinken putzen, oft viele Klinken auf einem Brett |
| Werkzeug | Besen, gern ein zu kleiner, oder eine Spülbürste | Zahnbürste und Putzlappen |
| Der Dreck | Kronkorken, dazu je nach Ort Holzspäne oder Sand | Klebrige Sachen auf der Klinke, die immer wieder nachgeschmiert werden |
| Schluss | Wenn eine Jungfrau ihn freiküsst | Wenn ein Jüngling sie freiküsst |
| Wo verbreitet | Bremen, Niedersachsen, Norddeutschland, inzwischen auch darüber hinaus | Bremen, Oldenburger Münsterland und viele Orte, an denen auch gefegt wird |
Quellen: Stadt Bremen, Heimatbund OM, Treppe fegen, Heimatbund OM, Klinkenputzen, Bremenlotsen, Stadt Wolfsburg.
Woher der Brauch kommt, und wie alt er wirklich ist
Die übliche Geschichte: Treppe fegen stammt aus Bremen und ist weit über 100 Jahre alt. Radio Bremen spricht bei buten un binnen sogar von 150 Jahren. Der Weser-Kurier hat im Juli 2026 alte Zeitungsjahrgänge durchgesehen und kommt zu einem anderen Schluss: Als fester Brauch ist das Fegen deutlich jünger und erst seit den frühen 1970er Jahren etabliert.
„Erstmals erwähnt wurde er im Jahr 1890.“ Ab 1950 habe sich der Brauch nach und nach in vielen überwiegend norddeutschen Regionen verbreitet.
Seite der Stadt BremenHelmut Budelmann fegte 1956 den Domshof, und das galt als Wiederbelebung eines alten Brauchs. „Aber das dürfte ein Irrtum sein“, schreibt Frank Hethey.
Artikel lesenDas Fegen gilt dort als „Rüge von Männern, die ihren 30. Geburtstag als Unverheiratete feiern“. Gefegt wird meist vor dem Rathaus oder Standesamt.
Eintrag lesenErste Erwähnung
Die Stadt Bremen nennt 1890 als erste Erwähnung. Laut Weser-Kurier taucht das Strafkehren damals in den Bremer Nachrichten nur als Redensart auf.
Sinnlose Arbeit im Jenseits
Dahinter steht der Glaube, dass Unverheiratete nach dem Tod sinnlose Arbeiten verrichten müssen. Wikipedia nennt dazu die Kulturanthropologin Kerstin Ehlert.
Budelmann fegt den Domshof
Der Junggeselle Helmut Budelmann schwingt auf dem Domshof den Besen. Die Bremer Nachrichten nennen das am Tag danach einen „herrlichen Scherz“.
Umzug an die Domtreppe
Der Domshof wird zum Parkplatz, also ziehen die Feger auf die Treppen vor dem Dom um.
Die erste Anzeige
Im Weser-Kurier erscheint die erste Anzeige, in der Freunde einen „heiratsfähigen Junggesellen“ zum Fegen ankündigen.
Ein junger Brauch
Klaus Behrens-Talla spricht von einem „völlig neuen, höchstens 25 Jahre alten Brauch“. Seit Anfang der 1970er Jahre gilt er als fest etabliert.
Export nach Barcelona und Birmingham
Wikipedia verzeichnet Domtreppenfegen in Barcelona (2012) und Birmingham (2014). Auch die Stadt Bremen erwähnt beide Städte.
150 Jahre oder 50 Jahre?
Beides steht im Netz. Die erste Erwähnung um 1890 ist belegt, doch damals ging es laut Weser-Kurier um eine Redensart, nicht um ein Ritual mit Freunden, Kronkorken und Kuss. Das Fegen, wie wir es kennen, ist eher ein Kind der Nachkriegszeit. buten un binnen nennt dagegen 150 Jahre. Wer auf der Party mitreden will: Der Kern ist alt, die Party-Version ist jung.
Vom Bremer Dom bis ins Münsterland
Ab 1950 hat sich der Brauch laut Stadt Bremen in vielen überwiegend norddeutschen Regionen verbreitet. t-online nennt Bremen, das ländliche Niedersachsen und Norddeutschland. Die Regeln der Städte zeigen, dass heute auch in NRW und Schleswig-Holstein gefegt wird.
Bremen, Domtreppe
Der Klassiker: Kronkorken werden „säckeweise“ vor dem linken Domportal ausgeschüttet, so die Bremenlotsen. Die Frauen putzen die Klinken der Domtür oder öffentlicher Gebäude.
BremenlotsenOldenburger Münsterland
Gefegt wird meist vor dem örtlichen Rathaus oder Standesamt. Klinkenputzen ist dort weit verbreitet, der Ursprung liegt laut Heimatbund wohl im Raum Bremen.
Heimatbund OMOsnabrück, Hamburg, Kiel
Wikipedia nennt die Osnabrücker Rathaustreppe, den Hamburger Rathausmarkt und das Kieler Rathaus als weitere Orte.
WikipediaMünsterland, Wolfsburg, Bad Oldesloe
Metelen und Ochtrup in NRW, Wolfsburg und Bad Oldesloe haben eigene Seiten mit Regeln fürs Fegen am Rathaus. Der Brauch ist also längst nicht mehr nur bremisch.
Gemeinde MetelenEin Rekord in Bremen
Im Juni 2015 versuchte ein Haushaltswarenhersteller einen Rekord an der Domtreppe. 13 Männer kehrten rund 30.000 Kronkorken, nach knapp einer Stunde waren sie freigeküsst (Weser-Kurier, 2015).
Anmelden, Material, Aufräumen: was die Städte sagen
Fast jede Stadt mit Fegetradition hat inzwischen Regeln. Hier fünf Beispiele mit Quelle. Wenn deine Stadt nicht dabei ist, ruf beim Bürgerservice an, bevor du einlädst.
| Ort | Anmeldung | Regeln | Quelle |
|---|---|---|---|
| Bremen, Domtreppe | Anmeldung bei der Domkanzlei erbeten, keine Gebühr | Nur wenn der Dom geschlossen ist und nichts stattfindet. In der Karwoche und an Adventswochenenden unerwünscht. | Weser-Kurier, 2026 |
| Wolfsburg, Rathaus | Möglichst eine Woche vorher per Telefon oder Mail, kostenlos | Kein Papier, kein Metallkonfetti, kein Styropor. Kronkorken, Holzspäne, Sand und alles andere restlos entfernen. | Stadt Wolfsburg |
| Bad Oldesloe, Rathaustreppe | Keine Anmeldung, solange keine anderen Termine gebucht sind | Nur leicht einzusammelnde, regenfeste Materialien wie Kronkorken. Treppe sauber verlassen, kein Versorgungsfahrzeug auf dem Marktplatz. | Stadt Bad Oldesloe |
| Metelen, Rathaustreppe | Anmeldung über das Kontaktformular, keine Gebühren | Keinesfalls Reis, Papier, Metallkonfetti oder Styropor. Danach wird aufgeräumt. | Gemeinde Metelen |
| Ochtrup, Rathaus | Antrag über das Formular der Stadt | Nur für Junggesellen, die in Ochtrup wohnen. Kein Reis, Papier, Konfetti oder Styropor. Treppe, Vorplatz und Umgebung sauber hinterlassen. | Stadt Ochtrup |
Anmeldung am Bremer Dom
Laut Weser-Kurier bittet die St. Petri Domgemeinde um vorherige Anmeldung bei der Domkanzlei, per Mail an [email protected] oder telefonisch unter 0421 365040. So erfährst du gleich, ob an deinem Wunschtag etwas im Dom stattfindet.
Warum kein Reis und kein Konfetti?
Papier, Konfetti und Styropor trägt der Wind über den ganzen Platz, Reis lockt Tauben an und lässt sich kaum zusammenfegen. Kronkorken bleiben liegen und passen am Ende wieder in einen Sack. Deshalb nennen Bad Oldesloe und Wolfsburg genau sie als Beispiel.
Der Ablauf, Schritt für Schritt
So organisierst du als Freundin oder Freund das Treppe fegen, vom Anruf bei der Stadt bis zum letzten Kronkorken im Sack.
- 01
Ort klären und anmelden
Ruf bei Stadt, Gemeinde oder Domgemeinde an, bevor du irgendwen einlädst. Wolfsburg bittet um eine Woche Vorlauf, andere Orte wollen ein Formular. Frag auch, welches Material erlaubt ist.
- 02
Kronkorken sammeln
Fang früh an. Kneipen, Freunde und die eigene Getränkekiste liefern über Wochen genug. Bei einem Rekordversuch in Bremen lagen rund 30.000 Kronkorken für 13 Feger auf der Treppe.
- 03
Werkzeug präparieren
Ein Besen, der zu klein ist, eine Spülbürste oder für die Frauen ein Brett mit mehreren Klinken und eine Zahnbürste. So beschreibt es der Heimatbund Oldenburger Münsterland.
- 04
Freunde und Familie einladen
Uhrzeit, Treffpunkt, was jeder mitbringt. Schick den Upload-Link für Fotos und Videos gleich in dieselbe Nachricht, dann muss später niemand mehr fragen.
- 05
Ausstreuen
Die Freunde verteilen die Kronkorken auf den Stufen, während das Geburtstagskind zuschaut. Wer filmt, fängt genau hier an.
- 06
Fegen oder putzen
Laut Heimatbund dürfen Zuschauer das Zusammengefegte wieder verstreuen. Bei den Klinken wird immer wieder nachgeschmiert. Plan 30 bis 60 Minuten ein und halt Getränke bereit.
- 07
Der Freikuss
Erst der Kuss beendet die Arbeit. Der Heimatbund merkt an, dass er gern lange hinausgezögert wird. Beim Rekordversuch 2015 kamen die Küsse nach fast einer Stunde.
- 08
Aufräumen, dann feiern
Alle Kronkorken wieder einsammeln, Treppe und Vorplatz sauber hinterlassen. Das verlangen die Städte. Danach geht es zur eigentlichen Party.
Werkzeug und Nachstreuen nach dem Heimatbund Oldenburger Münsterland, Rekordzahlen aus dem Weser-Kurier, Vorlauf und Aufräumpflicht nach Stadt Wolfsburg. Die Dauer von 30 bis 60 Minuten ist unsere Empfehlung.
Was du zum Treppe fegen mitbringen musst
Vier Beutel, vier Aufgaben. Verteil die Liste in der Gruppe, dann bringt nicht jeder einen Besen und keiner die Säcke.
Zum Fegen und Putzen
Zum Verstreuen
Für die Runde
Für Fotos und Videos
Filmen, fotografieren, alles in einem Album
Beim Treppe fegen stehen zwanzig Leute mit dem Handy um die Treppe. Danach liegen die besten Clips auf zwanzig Handys verteilt, und das Geburtstagskind sieht die Hälfte nie. So bekommt ihr alles zusammen.
Jonas wird 30Treppe fegen am Rathaus
Lena
TimEine Person filmt durchgehend
Das Ausschütten, die ersten Besenstriche, das Nachstreuen und der Kuss. Wer nur einzelne Clips macht, verpasst meist genau den Moment, auf den alle warten.
Quer für die Treppe, hoch für Stories
Die Treppe mit allen Zuschauern passt quer besser ins Bild. Für kurze Clips in Stories reicht Hochformat. Sprecht vorher ab, wer was macht.
Die Zuschauer mitnehmen
Die besten Bilder sind oft die Gesichter drumherum: die Freunde mit dem Kronkorkensack, Passanten, die stehen bleiben, die Oma mit dem Sekt.
Ein Album für alle
Ein QR-Code auf dem Schild oder ein Link in der Gruppe. Jeder lädt seine Fotos und Videos in dasselbe Album hoch, statt sie über Wochen einzeln zu verschicken.
„Du hast gefilmt? Scan den Code und lad deine Fotos und Videos hoch. Ohne App, direkt vom Handy.“
Kleb den Code unter den Spruch auf dem Plakat oder an den Stiel vom Besen. Gestalten kannst du ihn mit dem kostenlosen QR-Sticker-Designer.
Mit Pix Wedding
Die Freunde scannen den Code mit der Handykamera, die Upload-Seite öffnet sich im Browser, und Fotos und Videos landen in Originalqualität im Album. Ohne App, ohne Konto. Die ersten 20 Uploads sind kostenlos, ohne Kreditkarte. Mit dem Paket Große Feier legst du bis zu 6 Unteralben an, etwa für Fegen, Freikuss und die Party danach. Bezahlt wird einmal, kein Abo.

Treppe fegen
Frei geküsst!
Jeder Kronkorken, jeder Kuss, in einem Album.
Ein QR-Code auf dem Schild: Deine Freunde laden Fotos und Videos vom Treppe fegen direkt im Browser hoch, ohne App und ohne Konto. Die ersten 20 Uploads sind kostenlos, ohne Kreditkarte.

Von Mama
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DAS ALBUM
Jonas
30. Geburtstag
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Sprüche fürs Treppe fegen und Klinken putzen
Für Schild, Plakat, Besenstiel oder die Einladung in der Gruppe. Alle Sprüche haben wir selbst geschrieben, du darfst sie frei kopieren und anpassen.
Schilder fürs Treppe fegen
30 und noch zu haben. Ein Kuss beendet die Schicht.
Ich fege, bis mich eine küsst.
Frisch 30, frisch gefegt, noch frei.
Treppe sauber, Herz noch zu vergeben.
Kein Besen hält ewig. Ein Kuss schon.
Heute Treppendienst, morgen vielleicht Standesamt.
Schilder fürs Klinken putzen
Glänzende Klinken, freies Herz.
Ich poliere, bis mich einer küsst.
30 Jahre, kein Ring, 12 Klinken.
Wer mich küsst, rettet diese Zahnbürste.
Diese Klinke bleibt klebrig, bis einer mutig wird.
Aufrufe für den Freikuss
Gesucht: eine Jungfrau mit Mut. Belohnung: Sekt und ewiger Dank.
Ein Kuss, und er hat Feierabend.
Bitte nicht füttern, lieber küssen.
Freikuss hier abgeben. Wangen zählen auch.
Für die Einladung in der Gruppe
Samstag, 11 Uhr, Rathaustreppe. Bringt Kronkorken, gute Laune und euer Handy.
Unser Lieblingssingle wird 30. Wir sorgen dafür, dass er es merkt.
Alle Fotos und Videos bitte in unser Album, Link unten. Keine Einzelnachrichten.
Lieber witzig als gemein
Der Brauch lebt davon, dass das Geburtstagskind mitlacht. Sprüche über das Alter und das Singleleben funktionieren, Sprüche über Ex-Partner, Aussehen oder Job eher nicht. Wenn du unsicher bist, frag eine Person aus dem engsten Kreis. Mehr Ideen für die Party danach findest du im digitalen Gästebuch zum Geburtstag.
Wann ist man freigeküsst?
Sobald der richtige Kuss da ist. Wer „richtig“ ist, regelt die Tradition ziemlich genau: Den unverheirateten Mann küsst eine Jungfrau frei, die Frau an den Klinken ein Jüngling.
Wer darf freiküssen?
Bei Männern eine Jungfrau, so beschreibt es die Stadt Bremen. Findet sich keine, darf auch eine Frau mit dem Sternzeichen Jungfrau ran. Bei Frauen, die Klinken putzen, ist es ein Jüngling.
bremen.deIm Schaltjahr andersrum
Die Bremenlotsen, ein Bremer Gästeführer-Verein, schreiben: In Schaltjahren tauschen die Geschlechter die Rollen.
BremenlotsenWer muss gar nicht fegen?
Wer verheiratet oder verlobt ist. Laut Wikipedia muss das spätestens einen Kalendertag vor dem 30. Geburtstag passiert sein.
WikipediaWann ist man freigeküsst?
Sobald der Kuss da ist, ist Schluss mit Fegen oder Putzen. Der Heimatbund Oldenburger Münsterland merkt an, dass der Kuss gern lange hinausgezögert wird.
Heimatbund OMNachgeprüft wird die Jungfrauen-Regel natürlich von niemandem, sie gehört zum Spaß. Wichtig ist nur: Der Kuss ist freiwillig. Ein Kuss auf die Wange zählt genauso, und wer nicht küssen will, wird nicht vorgeschoben. Plant lieber jemanden aus dem Freundeskreis ein, der im richtigen Moment bereitsteht.
Verheiratet, vergeben, weit weg von Bremen: die Varianten
Nicht jeder 30. Geburtstag passt ins Schema. So geht ihr mit den häufigsten Sonderfällen um.
Verheiratet oder verlobt
Nach der Regel bleibt der Besen im Schrank. Viele Freundeskreise feiern trotzdem mit einem kleinen Umtrunk vor dem Rathaus, nur ohne Kronkorken.
In einer Beziehung, aber nicht verheiratet
Streng genommen wird gefegt. Der Freikuss ist dann meist schnell organisiert. Klärt vorher, ob der Partner oder die Partnerin küssen darf oder ob ihr bei der Jungfrauen-Regel bleibt.
Der Flaschenkranz
t-online beschreibt einen Holzkranz mit kleinen Schnapsflaschen, der vor dem Haus des Geburtstagskindes aufgestellt wird. Eine gute Ergänzung, wenn es keine Treppe gibt.
Schon mit 25: der Schachtelkranz
Der Heimatbund Oldenburger Münsterland erwähnt den Schachtelkranz zum 25. Geburtstag. Das Fegen mit 30 ist sozusagen die zweite Stufe.
Nicht in Norddeutschland
Kein Dom, kein Rathaus mit Tradition? Nehmt die Treppe vor der Stammkneipe, den Hof der Eltern oder den Hauseingang, mit Erlaubnis des Eigentümers. Wichtig ist das Ritual, nicht die Adresse.
Fegen verboten im Ort
Der Heimatbund berichtet, dass manche Orte das Fegen auf öffentlichem Grund wegen des Mülls verboten haben. Dann wird privat gefegt, zum Beispiel vor dem Haus der Familie.
Quellen: t-online, Flaschenkranz, Heimatbund OM, Schachtelkranz, Heimatbund OM, Verbote auf öffentlichem Grund, Wikipedia, Stichtag. Die Tipps für Paare und für Orte ohne Tradition sind unsere Empfehlung.
Was geht, und was nicht
Ein Treppenfegen, über das sich später alle freuen, auch die Stadt und die Leute, die an dem Tag nur vorbeigehen wollten.
Das macht ihr
Vorher bei Stadt, Gemeinde oder Domgemeinde fragen
Nur Material verstreuen, das sich leicht einsammeln lässt, zum Beispiel Kronkorken
Einen richtigen Besen und Säcke fürs Aufräumen mitbringen
Eingänge und Wege frei lassen, Passanten vorbeilassen
Den Freikuss freiwillig lassen, ein Kuss auf die Wange zählt
Alkoholfreie Getränke dabeihaben und Becher statt Flaschen nutzen
Das lasst ihr
Reis, Papier, Konfetti, Metallkonfetti oder Styropor streuen
Am Bremer Dom in der Karwoche oder an Adventswochenenden fegen
Kronkorken, Scherben oder Becher liegen lassen
Mit dem Auto auf den Marktplatz fahren, wo es verboten ist
Das Geburtstagskind bloßstellen, bis der Spaß kippt
Peinliche Videos ohne Zustimmung öffentlich posten
Materialverbote und Aufräumpflicht nach Metelen, Ochtrup, Wolfsburg und Bad Oldesloe, Sperrzeiten am Dom nach dem Weser-Kurier.
Mehr Ideen für Feiern mit Freunden
Treppe fegen 30. Geburtstag: das Wichtigste in Kürze
Wer den Brauch für einen Freund oder eine Freundin plant, braucht nur ein paar Dinge im Kopf:
- Wer: unverheiratete Männer fegen, unverheiratete Frauen putzen Klinken
- Wo: Domtreppe in Bremen, sonst Rathaus oder Standesamt, notfalls privat
- Anmeldung: fast überall erbeten, bei den genannten Orten kostenlos
- Material: Kronkorken ja, Reis, Papier, Konfetti und Styropor nein
- Ende: erst mit dem Freikuss, danach wird restlos aufgeräumt
Klinken putzen zum 30. Geburtstag: die Version für Frauen
Klinken putzen läuft nach demselben Muster wie das Fegen. Die Stadt Bremen beschreibt, wie die Frauen die Klinken der Domtüren oder öffentlicher Gebäude polieren, während die Klinke immer wieder mit klebrigen Sachen eingeschmiert wird. Im Oldenburger Münsterland werden laut Heimatbund oft viele Klinken auf ein Brett montiert und mit einer Zahnbürste gereinigt.
Erlöst wird die Frau durch den Kuss eines Jünglings. In Schaltjahren tauschen die Rollen laut Bremenlotsen, dann fegen die Frauen.
Deine Fragen zum Treppe fegen und Klinken putzen
Bedeutung, Freikuss, Anmeldung, Material und Fotos: die kurzen Antworten, mit Quellen.
Ein norddeutscher Brauch: Wer an seinem 30. Geburtstag noch unverheiratet ist, muss vor Dom, Rathaus oder Standesamt eine Treppe fegen, auf die Freunde vorher Kronkorken gestreut haben. Frauen putzen stattdessen Türklinken. Erlöst wird das Geburtstagskind erst durch einen Freikuss. Laut Stadt Bremen wurde der Brauch 1890 erstmals erwähnt.
Klinken putzen ist die Variante für unverheiratete Frauen. Sie polieren Türklinken, oft viele Klinken auf einem Brett, mit einer Zahnbürste, während die Freunde die Klinken immer wieder mit klebrigen Sachen einschmieren. Dahinter steht wie beim Fegen der alte Glaube, dass Unverheiratete im Jenseits sinnlose Arbeit verrichten müssen.
Sobald eine Jungfrau den fegenden Mann küsst, oder ein Jüngling die Frau an den Klinken. Findet sich keine Jungfrau, darf laut Stadt Bremen auch eine Frau mit dem Sternzeichen Jungfrau küssen. Wer verheiratet oder verlobt ist, muss laut Wikipedia gar nicht fegen, wenn das spätestens einen Kalendertag vor dem 30. Geburtstag passiert ist.
Meistens ja. Die Bremer Domgemeinde bittet um Anmeldung bei der Domkanzlei, Wolfsburg möchte möglichst eine Woche Vorlauf, Metelen und Ochtrup nutzen ein Formular. Bad Oldesloe braucht keine Anmeldung, solange keine anderen Termine gebucht sind. Gebühren verlangen die genannten Orte nicht. Frag immer bei deiner eigenen Stadt nach.
Kronkorken sind fast überall erlaubt, weil sie sich leicht einsammeln lassen. Wolfsburg nennt dazu Holzspäne und Sand. Reis, Papier, Konfetti, Metallkonfetti und Styropor verbieten Metelen, Ochtrup und Wolfsburg ausdrücklich, weil der Wind sie verteilt. Hinterher muss alles restlos weg.
Am einfachsten mit einem gemeinsamen Album: ein QR-Code auf dem Schild oder ein Link in der Gruppe. Mit Pix Wedding scannen die Freunde den Code mit der Handykamera und laden Fotos und Videos im Browser hoch, ohne App und ohne Konto. Die ersten 20 Uploads sind kostenlos, ohne Kreditkarte.